Das erste und nothwendigste Kapitel in der Philosophie ist das von der Anwendung der Lehrsätze im Leben, wie z.B. Wachen muß man, und sich anstrengen, sich von den Hausgenossen zurückziehen, sich von einem Sklaven verachten, und von den Vorübergehenden auslachen lassen, und in allem zurückstehen, in der Achtung, im Amt, im Gericht und in jedem Geschäftchen. 55, død ca. Stehst du aber zufällig unter Fremden allein, so schweige. – Wisse nun, daß du, wenn das deinige ebenfalls zerbricht, dich ebenso betragen mußt, wie wenn das des andern zerbricht. Wenn du im Begriff stehst, dich mit jemand in ein Gespräch einzulassen, besonders mit einem von[43] denen, welche für sehr vornehm gelten, so stelle dir vor, was in diesem Fall Sokrates oder Zeno gethan hätte, und du wirst nicht verfehlen, dich den Umständen angemessen zu betragen. Auch sei es ferne von dir, Lachen zu erregen; denn das ist ein Betragen, das sehr leicht in Gemeinheit übergeht, und zugleich kann es die Wirkung haben, die Achtung deiner Nebenmenschen vor dir zu mindern. Wenn man unter Laien auf einen Satz aus der Wissenschaft zu sprechen kommt, so schweige in der Regel. [38] Denn sobald du etwas von den ersteren für ein Gut oder für ein Uebel ansiehst, kann es nicht anders sein, als daß du diejenigen anklagst und hassest, welche schuld daran sind, daß dir etwas entgeht, was du dir wünschest, oder daß dir etwas widerfährt, was du nicht wünschest. Es will immer noch nicht kommen: – blicke nicht aus der Ferne begehrlich darauf hin, sondern warte, bis es an dich kommt. ), selbst auch Philosophen sein. Bisweilen aber, wenn die Umstände zum Reden auffordern, sollst du reden; aber nicht von jenen alltäglichen Dingen, nicht von Fechterspielen, nicht von Pferderennen, nicht von den Athleten, nicht von Essen und Trinken, wovon man allerorten redet, besonders aber nicht von Personen, weder tadelnd, noch lobend, noch vergleichend. B. 3. �ELF׈D#�A� d�@�@� Denn was ist ein Beweis? [49] XLVI, 2. Glaubst du, du könnest, während du solche Dinge treibst, ebensoviel essen, ebensoviel trinken, eben solche Begierden haben, und ebenso mißvergnügt sein? Denn ehe du die Absicht kennst, woher weißt du, ob er Unrecht thut? Auch schweige man meistens oder spreche nur, so viel nöthig, und mit wenigen Worten. – Knüpfen dich denn die Bande der Natur an einen guten Vater? Aber das Vaterland, sagt man, wird, wenigstens von mir, keine Unterstützung haben. Die Frauenzimmer werden sogleich vom vierzehnten Jahre an von den Männern Herrinnen genannt. Da ist keiner, der nicht spräche: »So geht's in der Welt.« Stirbt aber einem sein eigenes, gleich ruft er: »Oh weh mir! Du hast eben dem Wirth den Preis nicht bezahlt, um den er sein Gastmahl verkauft. … Ungefähr um einen Groschen. XIII. In Bezug auf das Leibliche versieh dich nicht weiter, als mit dem schlechthin nothwendigen Bedarf an Speise, Trank, Kleidung, Obdach, Dienerschaft. – Wenn du aber selbst von dem, was dir vorgelegt wird, nichts annimmst, sondern darüber wegsiehst, so wirst du nicht bloß mit den Göttern zu Tische sitzen, sondern auch mit herrschen. Du willst damit, daß Dinge, die nicht in deiner Gewalt sind, in deiner Gewalt sein sollen, und was nicht dein ist, soll dir gehören. So halte dich nun endlich dessen werth, zu leben als ein Vollkommener und als Jünger der Weisheit. 2. Lähmung ist ein Hinderniß des Fußes, aber nicht des Willens. XXII. So wollen manche Leute, wenn Sie einen Philosophen gesehen haben, oder wenn sie jemand reden hörten, wie Euphrates redet (und doch: wer kann so reden, wie er? Und wer das Unvermeidliche mit Würde trägt. Ich suche also einen Ausleger, und bis dahin ist gar nichts Großes an der Sache. 4. Gerade wie mit dem Schuh! Deßhalb versuche es vor Allem, dich nicht von der Vorstellung hinreißen zu lassen. Hinweg also mit deinem Widerwillen von allem dem, was nicht in unsrer Gewalt ist, und trage ihn über auf das, was der Natur der Dinge, die in unsrer Gewalt sind, zuwider ist. XLVIII, 1. %%EOF Hievon mache nun die Anwendung auch auf Wichtigeres. Wenn ich aber den Ausleger gefunden habe, so bleibt noch übrig die Anwendung der Gebote im Leben. aus welchem Grunde man nicht lügen soll. 0000002026 00000 n Spitze der Kaiser oder Caesar stand. XLVII. Also wärest doch auch du nicht so ganz ohne Nutzen für dasselbe! Das ist auch – aber eben nicht nur – eine Epoche. 0000002231 00000 n O Mensch, zuerst überlege, wie die Sache beschaffen ist; dann prüfe auch deine eigene Natur, ob dir die Last nicht zu schwer ist. Hinweg also mit deinem Widerwillen von allem dem, was nicht in unsrer Gewalt ist, und trage ihn über auf das, was der Natur der Dinge, die in uns-rer Gewalt sind, … Es badet einer zu frühe; sage nicht: er thut unrecht, sondern: er badet zu frühe. Wie könnte also das eine Schande sein? Von Epiktets Schüler Flavius Arrianus um 120 notierte und aus Epiktets »Diatribai« (Unterhaltungen) zusammengestellte Sammlung. Ob man ihn auch für dumm oder unwissend hielte, er achtet es nicht; und, um es kurz zu sagen, er bewacht sich selbst wie einen Feind, und wie einen, der ihm Netze stellt. Verlange nicht, daß die Dinge gehen, wie du es wünschest, sondern wünsche sie so, wie sie gehen, und dein Leben wird ruhig dahin fließen. Wenn du dein Kind oder Weib herzest, so sage dir, daß du einen Menschen herzest. Lässest du dich aber von ihnen besiegen, so wirst du zwiefältigen Spott ernten. XL. – Wenn ich erwerben kann ohne Verletzung des Ehrgefühls, der Treue und der großherzigen Gesinnung, so zeige mir den Weg, und ich will es thun. der Tod nichts Schreckliches, sonst wäre er auch dem Sokrates so erschienen; sondern die Meinung von dem Tod, daß er etwas Schreckliches sei, das ist das Schreckliche. Anytus und Melitus können mich zwar tödten, aber mir schaden, – das können sie nicht.[54]. 2. PDF (Finanzbuch Verlag) ... Epiktet, etwa 50 - in 138 n. XXXII, 1. Von Epiktets Schüler Flavius Arrianus um 120 notierte und aus Epiktets »Diatribai« (Unterhaltungen) zusammengestellte Sammlung. Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl. oder der, welcher nicht im Gefolge mitgeht, so[33] viel wie der, welcher mitgeht, und welcher nicht lobt, so viel wie der, welcher lobt? Welche Stellung werde ich nun im Staate einnehmen? Anders aber kann dieß gar nicht geschehen, als bis du die Begriffe Gut oder Uebel von denjenigen Dingen lostrennst, welche nicht in unserer Gewalt sind, und sie ausschließlich in dasjenige verlegst, was in unserer Gewalt ist. Wenn du hinsichtlich deines Körpers an Einfachheit gewöhnt bist, so bilde dir darauf nichts ein. 3. Wir sind So stelle auch du nicht deine Wissenschaft vor den Laien zur Schau, sondern, wenn du sie verdaut hast, die Werke. Bald bist du ein Athlet, bald ein Fechter, dann ein Rhetor, dann ein Philosoph, aber nichts von ganzer Seele; sondern wie ein Affe ahmst du jeden Auftritt, den du siehst, nach; und bald gefällt dir dies, bald das. So sind vor 200 Jahren wundervolle Erzählungen entstanden. XXXIII, 12. Alles, was du für das Beste erkannt hast, sei dir unverbrüchliches Gesetz. 5 Vorwort der Herausgeber Die Kommentarreihe „Historisch-theologische Auslegung des Neuen Testa-ments“ will mit den Mitteln der Wissenschaft die Aussagen der neutestament-lichen Texte in ihrer literarischen Eigenart, im Deßhalb wird selbst ein Vater von seinem Sohne geschmäht, wenn er seinem Kinde nichts von den Dingen mittheilt, die man für Güter hält. Willst du aber auch (von jemand) dafür angesehen sein, so sieh dich selbst dafür an. 15. – Auch ich, bei den[35] Göttern! Erstdruck (in lateinischer Übersetzung durch Angelus Politianus) unter dem Titel »Epicteti Stoici Enchiridion«: Bologna 1497. VI. Lache nicht viel, und nicht über vieles, und nicht ausgelassen. VIII. unverheirateten – Schüler Epiktet aus Hierapolis (um 50/60 – nach 120 [120/40]) in Diatribe III,22 (Über den Kynismus):1 §§ 62-85 soziale Abstinenz (Freundschaft, Ehe, Nachkommenschaft, Staatsleben), um Autar-kie des einzelnen zu gewährleisten §§ 69-71 Nur wo alle weise wären, brauchte der Kyniker nicht auf die Ehe zu verzichten. XLIII. Epiktet (griechisch Ἐπίκτητος Epíktētos, lateinisch Epictetus, deutsch Epiktet; * um 50 in Hierapolis in Phrygien; um 138 in Nikopolis in Epirus) war ein antiker Philosoph. 2. 2p �.�(���������iJL[z�����aN�&�f��D&�e@� �� �uA Gehst du aber darüber hinaus, so wirst du unfehlbar vollends wie von einer steilen Höhe heruntergerissen werden. Sage nie von einem Ding: ich habe es verloren; sondern: ich habe es zurückgegeben. XXIX, 1. Du bist also ungerecht und ungenügsam, wenn du, ohne den Preis zu bezahlen, um welchen man jene Dinge verkauft, sie umsonst erlangen willst. Wenn du zu einem großen Herrn gehst, so stelle dir vor, du werdest ihn nicht zu Hause treffen, man werde vor dir verriegeln, man werde dir die Thüren vor der Nase zuschlagen, er werde sich nichts um dich bekümmern. Ich werde ihn aber nicht festhalten, wenn ich mich über das Vorgefallene ärgere. Du hast die Lehrsätze vernommen, nach welchen du dich richten solltest, und hast du dich darnach gerichtet? Gehe aber, nach dem Rath des Sokrates, nur wegen solcher Dinge zum Orakel, die nach allem Betracht eine Beziehung auf die Zukunft haben, und bei welchen weder die Vernunft, noch ein anderes Mittel eine Möglichkeit darbietet, zu erkennen, was bevorsteht. Das überlege dir, ob du um diesen Preis Gelassenheit, Freiheit und Gemüthsruhe eintauschen willst; wo aber nicht, so verzichte darauf. Du mußt geordnet leben, nach Vorschrift essen, der Leckerbissen dich enthalten, dich üben nach fester Regel, zur vorgeschriebenen Stunde, in Hitze und Kälte; nichts Kaltes trinken, keinen Wein zur beliebigen Zeit; kurz, du mußt dich dem Lehrmeister wie einem Arzt übergeben. Mir selbst aber wird lauter Glück geweissagt, sofern ich nur will; denn was immer von jenen Dingen sich ereignen mag, es steht bei mir, Nutzen daraus zu ziehen.[29]. 2. Du willst ein Philosoph sein. Was ist wahr, was falsch? Alsdann untersuche dieselbe, und prüfe sie nach den Regeln, welche du hast, und zwar zuerst und allermeist nach der, ob es etwas betrifft, was in unserer Gewalt ist, oder etwas, das nicht in unserer Gewalt ist; und wenn es etwas betrifft, das nicht in unserer Gewalt ist, so sprich nur jedesmal sogleich: Geht mich nichts an! Epiktet, Nietzsche, Foucault (Schmid 1999; Petzold 2004l). Will er, daß du einen Bettler vorstellen sollst, so stelle auch einen solchen naturgetreu dar. Diese Dinge passen nicht zusammen. Denn das wäre gemein, und hieße sich ärgern über äußerliche Dinge. Und dem stelle nun gegenüber, wie du dich freuen und dich selbst loben wirst, wenn du enthaltsam gewesen bist. Es wäre nun wohl der Mühe werth, sie merken zu lassen, daß man sie nur dann ehren wolle, wenn sie sich bescheiden und sittsam aufführen. Du mußt nicht scheinen wollen, als wissest du etwas. Keineswegs. Krankheit ist ein Hinderniß des Körpers, aber nicht des Willens, wenn er nicht selbst will. Wofern du aber sowohl jenes begehrst, als auch herrschen und reich sein willst, so wirst du vielleicht nicht einmal dieses letztere erlangen, gerade weil du zugleich nach dem ersteren strebst. Wenn es dir einmal begegnet, daß du dich nach außen wendest, in der Absicht, irgend einem zu gefallen, so wisse, daß du deine innere Stellung verloren hast. trailer Wenn du einen Topf liebst, denke: ich liebe einen Topf. 0000001268 00000 n Du selbst aber bist weder Besitz, noch Ausdrucksweise. So auch, wenn du willst, dein Sohn soll keine Fehler machen, so bist du ein Narr; du willst nemlich, Schlechtigkeit soll nicht Schlechtigkeit sein, sondern etwas anderes. Wenn du eine Rolle übernimmst, welcher du nicht gewachsen bist, so wirst du sowohl in dieser zu Schanden werden, als auch jene, die du hättest ausfüllen können, vernachläßigen. Liebe, Schuld und Wahrheit in Wien gegen Ende des 19. Bewundere ich aber das Auslegen an sich, was bin ich zuletzt anders, als ein Grammatiker, anstatt ein Philosoph? Denn wenn du etwas von dem begehrst, was nicht in unserer Gewalt ist, so mußt du nothwendiger Weise unglücklich sein. Wir sterben und doch leben wir. XVIII. Geld, oder einen treuen und ehrliebenden Freund? Willst du Fortschritte machen, so laß es dir gefallen, daß man dich in Bezug auf äußere Dinge für[26] dumm und einfältig hält. XXXIII, 9. Solches sollte man vielmehr nur nebenher thun; auf den Geist dagegen verwende man seine ganze Sorgfalt. Denn so weit ihr Nutzen reicht, reicht auch ihre Frömmigkeit. Nein, sondern an einen Vater. 2. XLIV. Sei du nicht, wie die Kinder, jetzt ein Philosoph, hernach ein Zolleinnehmer, sodann ein Rhetor, und zuletzt ein kaiserlicher Prokurator. Zu den Vorträgen gewisser Leute gehe nicht ohne Ursache oder leichtsinnig hin. XXXIII, 6. Epiktet: Handbüchlein der stoischen Moral 5 wirst du unglücklich sein. Sie handeln von der Suche nach einer verlorengegangenen Welt des Wunderbaren, sind melancholisch oder mythisch oder märchenhaft, jedenfalls aber romantisch - damals wie heute. Dein Landgut wurde dir genommen. Umarme nicht die Bildsäulen, sondern wenn dich einmal heftig dürstet, so nimm frisches Wasser in den Mund, und speie es wieder aus, und sage es niemand. 5. Berlin [o.J.]. Denn wenn dir auch der Seher sagt, daß die Opferzeichen schlimm ausgefallen seien, so bedeutet dieß zwar augenscheinlich den Tod, oder Verstümmelung eines Glieds an unserem Leibe, oder Verbannung; aber die Vernunft gebietet trotz alledem, dem Freunde beizustehen, und mit dem Vaterlande die Gefahr zu theilen. Du willst in Olympia siegen? 5. <<57278fb0067f0a45891a46fbbf4bbc1c>]>> Gefährlich ist es auch, es bis zu garstigen Reden kommen zu lassen. In seinem Werk Lehrgespräche sagt er: »Jeden Tag und jede ... sich, als ob Epiktet seinen Tag damit verbracht hätte, die endlosen Fragen des Titels Der tägliche Stoiker von Ran Holida 978-3-95972-094-6) 1 b inanzBuch Verlag, Münchner Verlagsgruppe GmbH, München.